Der Hüttenverein Buchstein e.V. (gegründet 1932) ist ein gemeinnütziger Verein. Der Zweck des Vereins besteht darin, die Kenntnisse im Gebirge zu erweitern und zu vertiefen, das Bergsteigen und Wandern im Gebirge - insbesondere für die Jugend - zu fördern und zu pflegen, die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten und dadurch die Liebe zur Heimat zu pflegen und zu stärken.

Zur Durchführung der Aufgaben unterhält der Verein im Tegernseer Tal auf eigenem Grund zwei Unterkunftshütten mit Wasserversorgungsanlage, Materialseilbahn und Wasserkleinkraftwerk zur Bewirtschaftung und Versorgung der Hütten. 

Eine der beiden Unterkunftshütten ist als Gaststättenbetrieb mit Übernachtungsmöglichkeit verpachtet und öffentlich zugänglich; ein Profil der Pächter ist unter dem Reiter für Besucher zu finden. Die zweite Unterkunftshütte ist privat und steht Mitgliedern des Vereins zur Nutzung zur Verfügung.

Die Vorgeschichte

Im Jahr 1928 schließen sich berg- und skisportbegeisterte Kameraden der Münchner Pioniertruppe der Reichswehr zu einer Sportgemeinschaft zusammen. Anfangs stehen als Unterkünfte nur gemietete Berghütten zur Verfügung. Doch schließlich wird 1931 am Roß- und Buchstein im Tegernseer Tal vom Forstamt Kreuth ein Grundstück gepachtet und die Gemeinschaft beginnt mit dem Bau einer eigenen Hütte.

Der damalige Major Max Dennerlein regt an, nun einen Verein zu gründen, und am 31. Oktober 1932 wird dieser in München ins Vereinsregister eingetragen unter der Bezeichnung:

                                               HÜTTENVEREIN DER PIONIERE DES 7. (BAYERISCHEN) PIONIERBATTALIONS MÜNCHEN

Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wird Max Dennerlein gewählt. Die Mitgliedschaft ist nicht von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Truppe abhängig und insbesondere haben militärische Vorgesetzte in dieser Eigenschaft keinerlei Weisungsbefugnisse.

Bis zum Jahr 1935 werden dann am Fuß der Nordflanke des Roß- und Buchstein insgesamt drei Unterkunftshäuser gebaut, wobei die Errichtung mit erheblichen Mühen verbunden ist. Die Hütten sind von Anfang an rege besucht; trotdem fehlt es an allenthalben an Geld. Aus diesen Gründen werden ein Teil der Unterkünfte in der saisonlosen Zeit an die Wehrmacht vermietet. Dadurch erhält der Verein Summen, die für den Unterhalt der Hütten dringend gebraucht werden; sogar Rücklagen können geschaffen werden.

Im Frühjar 1937 ändert die Vorstandschaft ohne Wissen oder Zustimmung der Mitglieder die Satzung. Der gravierende Punkt ist, dass demzufolge der jeweilige Bataillonskommandeur den Verein führt. Dadurch ist die Gemeinschaft im Sinne des "3. Reiches" nach dem Führerprinzip ausgerichtet. Im Dezember 1937 wird die neue Satzung im Vereinsregister eingetragen; doch bereits am 06. April 1938 wird die Akte durch den Eintrag ergänzt: "Durch Wegfall sämtlicher Mitglieder gilt der Verein als aufgelöst".

Im Jahre 1944 erfolgt auf einer Mitgliederversammlung in Berlin abermals eine Änderung der Satzung - obwohl es den Verein ja gar nicht mehr geben dürfte. Es heißt nun, der Verein solle "parteipolitisch neutral und ein Hort enger Bergkameradschaft sein, der auch jede militärische Sonderstellung einzelner Mitglieder ausschließt".

Gleichzeitig gibt sich der Verein einen neuen Namen. Er heißt von nun an:

                                                                                             "HÜTTENVEREIN BUCHSTEIN"

Durch die Wirren des Kriegsendes wird diese geänderte Satzung zunächst nicht beim Registergericht vorgelegt. Das Ende des 2. Weltkrieges zerstreut auch die Mitglieder des Vereins.


Neuanfang nach dem Krieg

In den ersten Nachkriegsjahren gibt es den Verein de facto nicht mehr. Die Hütten werden von der Staatsforstverwaltung zunächst der Jugendorganisation der SPD ("Die Falken") überlassen. Ab Ende 1947 sind die Verkehrsbetriebe der Stadt München Pächter am Roß- und Buchstein.

Im Jahr 1949 werden die Hütten vom Bayerischen Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung unter Bezugnahme auf die "Proklamation Nr. 2" und die "Direktive Nr. 50" des alliierten Kontrollrates beschlagnahmt. Demnach wird der Hüttenverein als militärischer Sportverein betrachtet; das Eigentum des Vereins wird dem Grundstockvermögen des Freistaats Bayern einverleibt, der Verein wird beim Registergericht mit Verweis auf die Kontrollratsproklamation Nr. 2 gelöscht.

Im Mai 1951 trifft sich in München eine Gruppe von Mitgliedern, um die Frage zu besprechen, wie man die beschlagnahmten Hütten zurück gewinnen könnte. Das Treffen findet bei Franz Gruber statt; als dieser wenige Tage später von der Löschung des Vereins beim Registergericht erfährt, ist klar, dass jedes weitere Bemühen nur Sinn hat, wenn dieser Eintrag im Vereinsregister rückgängig gemacht werden kann.

Doch den Widerspruch beim Registergericht kann formell nur die alte Vorstandschaft einlegen - und diese ist weit zerstreut. Als schließlich die Anschriften ausfindig gemacht sind, unternimmt Franz Gruber eine Rundreise, um die Unterschriften zu sammeln; er ist erfolgreich, und am 26.02.1952 macht das Registergericht die Löschung rückgängig.

Bei der ersten Jahresversammlung nach dem Kriege wird eine neue Vorstandschaft gewählt; als erster Vorsitzender wird Franz Gruber eingesetzt. Im Juli 1952 wird der erste schriftliche Antrag an das Bayerische Staatsministerium der Finanzen auf Rückgabe der Hütten gestellt. Das Finanzministrerium lehnt kurz und bündig ab: In der Sache wird argumentiert, der Verein falle als ehemaliger militärischer Sportverein unter die Kontrollratsbestimmungen. Für den Verein ist der Gegner im Kampf um die Rückgabe der Berghütten fortan klar im Visier: Gegen die falsche Einschätzung des Finanzministeriums richtet sich der Kampf der Buchsteiner in den folgenden Jahren.

 
Der lange Weg zum Landtag

Für den 01. Februar 1953 wird eine außerordentliche Jahreshauptversammlung angesetzt, auf der das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Der Vorschlag des Vorsitzenden, sich an den Eingaben- und Beschwerdeausschuss des Bayerischen Landtags zu wenden, wird angenommen. Im März geht die schriftliche Eingabe an den Ausschuss. Damit beginnt ein Hindernislauf in der Volksvertretung, der mehr als zwei Jahre dauern wird.

Das Finanzministerium denkt jedoch keineswegs daran, die Hütten zurück zu geben. Sein Vertreter verschanzt sich hinter dem Standpunkt, dies sei nur durch ein Gesetz möglich. Auch die Behandlung im Plenum des Parlaments bringt gleich einen Dämpfer: Auf Antrag des Präsidenten wird beschlossen, die Sache vorerst an den Haushaltsausschuss und später an den Rechtsausschuss zu überweisen. In den folgenden Jahren wird das Anliegen des Hüttenvereins buchstäblich von Ausschuss zu Ausschuss geschoben; nur das Insistieren von Franz Gruber verhindert, dass die Sache im Räderwerk des Parlaments hängen bleibt.

Am 11. Dezember 1957 wurde, nach langen und zähen Verhandlungen, eine außergerichtliche Vereinbarung mit dem Freistaat Bayern über die Rückgabe der Hütten unterzeichnet.
 

Die Rückgabe der Hütten

Am 18. Januar 1958 tragen sich die ersten Mitglieder in das Hüttenbuch von Haus 2 ein und feiern das glückliche Ende eines 7-jährigen Kampfes um die Rückgewinnung der Hütten am Roß- und Buchstein nach Kriegsende.

Das Rundschreiben (RS) Nr. 38 vom 26. Juni 1958 gibt den Kurs für viele Jahre vor:
Seit der Rückgabe unserer Hütten haben wir bereits mit Erfolg zwei Arbeitstouren... durchgeführt... wollen wir nochmals eine Arbeitstour festsetzen.

banner_mai2011

Der Hüttenverein Buchstein e.V. bietet neben der Unterkunftsmöglichkeit ganzjährig eine Reihe von Freizeitaktivitäten, um den Satzungszweck und die Mitgliedergemeinschaft mit Leben zu füllen.

  • Wanderungen und Bergtouren: Für die unterschiedlichen Altersgruppen und Zielgruppen gibt es verschiedene Angebote
  • Skitouren, Ski- und Snowboardausflüge: Sowohl für Pistenfreaks als auch Skitourengänger gibt es in der Wintersaison ein bunt gemischtes Programm von Touren und Ausflügen
  • Fahrrad- und Mountainbike-Touren: Von gemütlochen Tagesausflügen im Münchner Oberland bis zum zehntägigen Alpencross reicht das Spektrum der aktiven Biker
  • Spezielle Kinder- und Jugendveranstaltungen: Kinder-Olympiade, Theaterstücke, Sport- und Spielveranstaltungen, Besuche bei der Bergwacht oder dem Förster
  • Arbeitstouren und Feiern: Der Unterhalt der Berghütten ist aufwändig; dementsprechend gibt es über das Jahr verteilt Arbeitseinsätze, bei denen anpackende Helfer dafür sorgen, dass die Hütten gut in Schuss bleiben; dabei darf aber auch das Feiern nicht zu kurz kommen - Ostern, Pfingsten, Sonnwend, Weihnachten und Silvester sind Pflichttermine, Schafkopfrennen, Seniorentreffen, Geburtstagsfeiern sind die Kür
  • Ausflüge in Regionen Bayerns: Als Kontrast zu Arbeitstouren und Feiern auf der Buchsteinhütte wird ein bis zweimal im Jahr wird ein Vereinsausflug in verschiedene Regionen Bayerns organisiert; in den letzten Jahren war das Ziel z.B. Ingolstadt (Besuch Audi Forum, Besichtigung der historischen Altstadt und des ehemaligen Geländes der Landesgartenschau), Neuburg

Eine "Grundversorgung" wird dabei durch den Sport-, Touren- und Jugendreferenten sichergestellt; es ist gewünscht und auch gängige Praxis, dass die Gestaltung und Organisation von (zusätzlichen) Aktivitäten durch die Mitglieder selbst erfolgt - Eigeninititive, Ideen und Engagement ist also gefragt und herzlich willkommen.

huette1
huette3

Zweck des Vereins

Aktivitäten des Vereins

Chronik des Hüttenverein Buchstein e.V.

Die Jubiläumsjahre 1982 und 2007

1982 - 50 Jahre Hüttenverein Buchstein e.V.
Die Jubiläumsfeier im Juli auf der Hütte ist ein großes Familienfest. Feste arbeiten und feste feiern! Mit dieser Devise hat der Verein sich eine wunderschöne Bergheimat geschaffen. Für die Generation der Vereinsgründer und ihre Familien sind die Hütten am Roß- und Buchstein ein Ort der Erholung und des geselligen Beisammenseins. Wochenenden, die Festtage im Jahreslauf, Urlaubswochen werden auf den Hütten verbracht.

2007 – 75 Jahre Hüttenverein Buchstein e.V.
Der Blick zurück zeigt, dass es im Vereinsleben ein ständiges Auf und Ab gibt und bisher folgte immer wieder ein Auf, selbst nach dem verheerenden Lawinenunglück von 1999, der den Verein fast an den Rand der Existenz brachte. Dieser Blick zeigt auch, dass ständiges Werben um Mitglieder und deren Engagement notwendig ist.

Tatsache ist, dass sich die Zeiten und damit die Gesellschaft geändert haben. Computer, Internet, ein ständig wachsendes Freizeitangebot, die Situation im Berufsleben haben das Leben in den letzten Jahren grundlegend verändert und geprägt. Hilfsbereitschaft und Engagement sind heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Konsum und mannigfaltige Angebote stehen in Konkurrenz zum Vereinsleben und lassen es in den Hintergrund rücken. Schnäppchenflüge für 29 Euro unterbieten sogar fast einen Ausflug mit dem Auto zu den Buchsteinhütten.

Die Fülle von Alternativen in der Freizeitgestaltung führt zu einem Interessenskonflikt - gerade wenn es darum geht, den Verein fortzuführen und zu erhalten. Der Verein braucht nicht zu lamentieren. Wir können stolz sein, wenn wir zurückblicken und wir können stolz sein, wenn wir nach vorne blicken. Wichtig ist wie in der Vergangenheit, dass WIR in der Zukunft die Posten in der Vorstandschaft besetzen und das Interesse am Vereinsleben erhalten. Und zur Belohnung für die ganzen damit verbundenen Arbeiten und Aufwände haben wir, der Hüttenverein Buchstein, ein Juwel in den Bergen, das noch viele Aufs und Abs überstehen wird.

In den Jahren danach werden die großen Projekte realisiert:

1961 Bau der Materialseilbahn

1964 Haus 1 (die untere Hütte) wird aufgestockt

1969 Der Verein erwirbt den Pachtgrund, auf dem die Hütten stehen

1976 Das Kraftwerk geht in Betrieb.

1988 Eine Kläranlage wird gebaut

1997 Renovierung der Wirtshütte

2003 Aufbau einer Lawinenschutzverbauung
 

Emblem
leben3
BannerBuchstein2
Banner_Unten